Wenn die eigenen Mittel nicht reichen – Teil 2

Planen Sie den Kauf eines Unternehmens, stehen Ihnen diverse Wege der Finanzierung offen. Der zweite Teil unserer Serie beschäftigt sich mit den verschiedenen Arten der Fremdfinanzierung. Lesen Sie den zweiten von insgesamt drei Artikeln hier.

Fremdfinanzierung
Grundsätzlich gehört alles in die Kategorie Fremdkapital, was nicht Eigenkapital ist. Kapital für die zu übernehmende Firma lässt sich in vielen Fällen am einfachsten über die Familie, den Verwandten- und Bekanntenkreis generieren. Viele KMU gehen diesen Weg. Vielfach sind im näheren Umfeld Personen anzutreffen, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen und einem Jungunternehmer gerne unter die Arme greifen.

Bankfinanzierung
Banken finanzieren einen Unternehmenskauf entweder auf ungesicherter (Blankokredit) oder gesicherter Basis. Gesicherten Finanzierungen liegt ein Faust- oder Grundpfand zugrunde. Je nach Güte der dahinterliegenden Sicherheit, gewährt die Bank höhere oder weniger höhere Finanzierungen. In erster Linie beurteilt eine Bank den Kreditnehmer: Je mehr Sicherheiten er etwa in Form von Immobilien oder Vermögen vorweisen kann, desto einfacher gelangt er an Fremdkapital. Auch wird eine Bank seinen beruflichen Werdegang beurteilen. Ein krasser Branchenwechsel kann dazu führen, dass die Fachkompetenzen eines Käufers für die Führung des neuen Unternehmens angezweifelt werden. Eine Kreditvergabe birgt dann ein grösseres Risiko bzw. wird an strengere Konditionen gebunden. Die Höhe der Fremdfinanzierung wird in zweiter Linie von der Ertragskraft des Unternehmens beeinflusst. Mit ihr werden die künftigen Zinsen gedeckt.

Wichtig ist, dass ein Kreditnehmer eine gute Präsentation in Form eines durchdachten Businessplans und ein ausführliches Firmenprofil vorweisen kann. Ein professioneller Auftritt mit detaillierten Unterlagen ist unumgänglich. Eine Bank prüft diese Dokumente akribisch. Nur wenn sie durchs Band stimmig sind, wird sie zur Kreditvergabe bereit sein. Ist die Finanzierung durch die Bank einmal gesichert, muss der Käufer diese laufend und offen über den Geschäftsgang informieren.

Verkäuferdarlehen
Eine weitere Möglichkeit, Fremdkapital zu beschaffen, stellt ein Darlehen vom Verkäufer dar. Umfang, Laufzeit und Tilgung sind hierbei vertraglich zwischen Käufer und Verkäufer zu vereinbaren. Verschiedene Arten der Verzinsung kommen bei einem Verkäuferdarlehen in Frage. Ein steigender Zinssatz während der Laufzeit des Darlehens gibt dem Käufer einen Anreiz, das Darlehen möglichst früh zurückzuzahlen. Eine Verzinsung am Ende der Laufzeit (thesaurierendes Darlehen) bietet dem Käufer die Möglichkeit, während der Aufbauphase mit dem ganzen Darlehen frei wirtschaften zu können. Die weitere Kreditaufnahme bei Banken wird dadurch begünstigt. Da bei einem thesaurierenden Darlehen der Kreditbetrag inklusive Zinsen und Zinseszinsen am Ende der Laufzeit zurückbezahlt werden, steigt der Gesamtbetrag zugunsten des Verkäufers. Jedoch sind hier für ihn die Risiken eines verzögerten Liquiditätszufluss genau abzuwägen.

Ende Teil 2.