Ratgeber Due Diligence Teil 2: Wissensgleicheit

Im Zuge einer Due Diligence versucht ein Käufer ein möglichst genaues Bild über die vergangen, gegenwärtigen und zukünftigen Gegebenheiten einer Firma zu erhalten. Durch die transparente Offenlegung entsteht ein Wissensgleichgewicht zwischen Verkäufer und Käufer und der Käufer erhält das Vertrauen, dass er nicht die Katze im Sack kauft.

Mit der Prüfung bestimmter Unternehmensbereiche mithilfe einer Due Diligence verschafft sich ein Käufer einen Überblick über die tatsächlichen Gegebenheiten innerhalb der Firma. Durch die transparente Offenlegung entsteht ein Wissensgleichgewicht zwischen Verkäufer und Käufer. Nur so kann ein faires Verhältnis entstehen und ein Verkauf einer Firma auch stattfinden. Die Durchführung einer Due Diligence dient also als Grundlage für den Abschluss einer erfolgreichen Firmentransaktion.

WELCHE BEREICHE ANALYSIEREN?
Es ist wichtig, dass sich ein Käufer im Vorfeld bewusst wird, welche Bereiche genau analysiert werden müssen. Eine Beschränkung auf die relevanten Punkte erhöht die Effizienz und senkt die Kosten. Wir stellen für Sie in der Folge unterschiedliche Arten der Due Diligence vor:

ARTEN DER DUE DILIGENCE (DD)

Finanzielle Due Diligence
Bei der finanziellen DD werden alle finanzwirtschaftlichen Aspekte untersucht: Geschäftstätigkeit, vergangene und aktuelle Vermögens- und Ertragslage sowie das künftige Ertragspotenzial. Die finanzielle DD hat höchste Relevanz für einen Kaufentscheid.

Technische Due Diligence
Mit der technischen DD werden die zentralen Aspekte der Produktionsstruktur analysiert: Produktionskapazität, Herstellungsverfahren, Automatisierungsgrad, Alter und Zustand von Maschinen etc. Eine zentrale Frage für den Käufer liegt im technischen Potenzial z.B. in Hinblick auf eine zukünftige Produktionssteigerung. In den Bereich der technischen DD gehört auch eine Prüfung der IT Infrastruktur.

Wirtschaftliche Due Diligence
Bei der wirtschaftlichen DD steht die aktuelle und künftige Marktposition des Unternehmens auf dem Prüfstand. Hierzu werden Marktumfeld und Wettbewerb analysiert. Für die Durchführung sind externe Informationsquellen nötig.

Rechtliche Due Diligence
Die rechtliche DD umfasst üblicherweise gesellschafts-, vermögens-, vertrags-, personalrechtliche Aspekte und prozessuale Risiken. Eine rechtliche Due Diligence bedingt die Durchsicht einer Vielzahl relevanter z.T. sehr vertraulicher Dokumente.

Steuerliche Due Diligence
Durch eine steuerliche DD werden allfällige steuerliche Risiken transparent gemacht und die zukünftige Steuerbelastung des Unternehmens wird analysiert. Hier wird insbesondere aufgedeckt, welche Steuerlasten noch ausstehend sind.

Personelle Due Diligence
Eine fundierte Analyse der Personalstruktur ist insbesondere für wissens- intensive Unternehmen unabdingbar. Humankapital ist ein immaterieller Vermögenswert und hat einen grossen Einfluss auf den Verkaufspreis. Mit der DD in diesem Bereich soll auch die Auswirkung einer Übernahme auf die Fluktuation abgeschätzt werden.

Umwelt Due Diligence
Durch eine Umwelt DD werden Risiken im Umweltbereich quantifiziert. Darunter fallen z.B. Abgas- und Abwasseremissionen, Lärmbelastung, aber auch Altlasten in Form kontaminierter Grundstücke.

Natürlich sind weitere Arten der Due Diligence denk- und durchführbar wie z.B. organisationale, prozesstechnische oder kulturelle DD. Je nach Absicht des Käufers und der Grösse einer Firma sind die zu prüfenden Bereiche unterschiedlich zentral.

AUF EINZELNE BEREICHE FOKUSSIEREN LOHNT SICH
Je nachdem, ob der Käufer Teile oder die gesamte Firma kaufen will, können gewisse Aspekte vernachlässigt werden. Zum Beispiel macht es wenig Sinn eine Steuer-Due Diligence durchzuführen, wenn der Kauf nur den Maschinenpark betrifft. Welche Bereiche geprüft werden, ist auch abhängig von der Grösse der Firma. Gemäss einer Standard Checkliste für Konzerne aus dem Internet zu prüfen, macht für KMU wenig Sinn. Ohne Fokus auf einzelne Prüfungsschwerpunkte kann eine Due Diligence schnell ausufern.