Kommunikation, Kommunikation und nochmals Kommunikation

Die Kommunikation mit allen Anspruchsgruppen wie Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten usw. stellt während der Integrationsphase eine besondere Herausforderung dar. Die Beachtung wichtiger Kommunikationsregeln und eine durchdachte Kommunikationsplanung führen die Firmenübernahme zum Erfolg.

Ein Eigentümerwechsel ist eine Veränderung für unterschiedliche Anspruchsgruppen, welche gemanagt werden muss. Die aktive und wechselseitige Kommunikation stellt einen Schlüsselfaktor für den Integrationserfolg dar. Eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie sollte bzw. muss die Erwartungen der relevanten Anspruchsgruppen vorhersagen und ansprechen.

Integrationsphase
Um Informationsinhalte, Adressaten sowie Art und Zeitpunkt der Kommunikation festzulegen, ist eine fundierte und durchgängige Planung erforderlich. Die Kommunikation startet bereits während des Transaktionsprozesses. Die intensivste Kommunikation findet jedoch in der Integrationsphase statt. Hier es wichtig, die verschiedenen Anspruchsgruppen individuell und mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu informieren. Kommunikationsinhalte sind vor allem die neue Eigentümer- und Führungsstruktur, die M&A-Ziele, die künftige Strategie, erwartete Effekte, gegebenenfalls den Restrukturierungsbedarf und die (grobe) Integrationsplanung.

Interne Kommunikation
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass über 80 Prozent der Firmen einer umfassenden und nachhaltigen Kommunikationsstrategie mit den Stakeholdern nicht genügend Bedeutung zukommen lassen. So wird oft nach der Kommunikation der Übernahme nur noch sporadisch und unsystematisch informiert. Insbesondere der internen Kommunikation wird vielfach zu wenig Beachtung geschenkt. Nicht selten erfahren Mitarbeitende von der Übernahme aus der Tagespresse und nicht direkt von der Unternehmensführung. Gerade in den ersten Monaten ist die Information von Führungskräften und Mitarbeitenden von zentraler Bedeutung, da eine erfolgreiche Integration nur gelingt, wenn diese von den Mitarbeitenden mitgetragen wird.

Wichtige Kommunikationsregeln, die es in der Integrationsphase zu beachten gilt:
• Möglichst direkte Kommunikation mit den Betroffenen in Form von persönlichen Gesprächen, Gruppenveranstaltungen, Workshops
• Interne Kommunikation vor externer Kommunikation
• „Informationslöcher“ vermeiden, da sie erfahrungsgemäss mit Vermutungen und Gerüchten ausgefüllt werden
• Adressatenkonforme Kommunikation – Kunden haben andere Kommunikationsbedürfnisse als Mitarbeitende
• Glaubwürdige, ehrliche, transparente Kommunikation. Dazu zählt auch das offene Ansprechen sensibler Punkte. Wer klar und offen kommuniziert, erlangt Glaubwürdigkeit und schafft rascher eine Vertrauensbasis. Der neuen Geschäftsführung muss bewusst sein, dass die Mitarbeitenden in dieser angespannten Phase bereits kleinste Unwahrheiten und Ausflüchte registrieren und zum Symbol für die neue Managementkultur erheben.
• Kommunikation der Wertschätzung für die (neuen) Mitarbeitenden. Gerade nach einer Übernahme ist es von entscheidender Bedeutung, dass den Mitarbeitenden das Gefühl vermittelt wird, wichtig und willkommen zu sein.

Eine geplante Kommunikationsstrategie und professionelles Kommunikationsmanagement sind wichtige Elemente zur raschen Stabilisierung der Organisation sowie zur Motivation der Mitarbeitenden, in die es sich zu investieren lohnt.