Bewertung ist nicht gleich Bewertung

Die Bewertung einer Firma ist eine herausfordernde Aufgabe. Neben der reinen Anwendung der unterschiedlichen Bewertungsmethoden bedarf es viel Praxiserfahrung zur Interpretation der Resultate. Unabhängig der Bewertungsergebnisse definiert schlussendlich der Markt, welcher Preis für ein Unternehmen bezahlt wird.

Die Grundlage jeder Bewertung bilden die bereinigten Bilanzen und Erfolgsrechnungen der letzten drei bis fünf Jahre. Zudem sollte eine konsistente und realistische Planung der Zukunft vorliegen. Eine professionelle Interpretation der erhaltenen Werte, gepaart mit Erfahrungen aus der Praxis, gibt den unterschiedlichen Ergebnissen jeder Methode schlussendlich einen Sinn.

Wert ist nicht gleich Preis
Den Preis für eine Firma bestimmt, am Ende wie bei anderen Gütern, der Markt. Die Bewertung dient als objektive Diskussionsgrundlage zwischen den unterschiedlichen Preisvorstellungen des Eigentümers und des Käufers. Die Ansichten gehen zwischen den Parteien oftmals diametral auseinander. Der Inhaber einer Firma betrachtet den Wert seines Lebenswerks gerne aus einer vergangenheitsorientierten Perspektive. Seine Beurteilung basiert auf den investierten Mitteln – Geld, Zeit und Mühe. Diese Betrachtungsweise führt oftmals zu einer überhöhten Einschätzung des Firmenwerts. Der Käufer auf der anderen Seite ist an der zukünftigen Entwicklung der Firma interessiert. Er beurteilt den Wert einer Firma rationaler. Er betrachtet insbesondere die Risiken, die der Firma zu eigen sind. Sein Ziel dabei ist einen möglichst tiefen Preis auszuhandeln.

Bereinigung
Die Jahresrechnungen von KMU sind in den meisten Fällen nicht direkt für eine Bewertung geeignet. Legale steuerliche Optimierungsmassnahmen wie die Bildung stiller Reserven verfälschen das effektive Bild der Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens. Private, jedoch über die Firma verrechnete Aufwände wie Telefon- oder Fahrzeugkosten oder einmalige Anschaffungen wie eine neue EDV-Anlage, bewirken ebenfalls eine inkorrekte Darstellung. Liegenschaften im Firmenbesitz, die nicht zur Erzielung des Ertrags dienen, dürfen bei einer Bewertung ebenfalls nicht berücksichtigt werden.

Methoden
Bei der Bewertung einer Firma kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung. Diese werden in Substanzwert-, Ertragswert- und Multiple-Methoden eingeteilt. Der Substanzwert basiert auf der Bilanz und zeigt den Liquidationswert einer Firma. Zu den Ertragswertmethoden gehören der einfache Ertragswert sowie die Discounted-Cashflow-Methode (DCF), welche beide die aktuelle und zukünftige Ertragslage berücksichtigen. Die Multiple-Methode basiert auf unterschiedlichen Gewinngrössen wie Reingewinn, EBIT oder EBITDA der Firma. Erfahren Sie unserem Beitrag Methoden der Unternehmensbewertung mehr zum diesem Thema.